Reiseleiterbericht der Turnfahrt vom 10./11. September 2011 ins Obertoggenburg

 

Traditionsgemäss trafen sich einige Turner um 07.00 Uhr am Samstagmorgen des 10. September 2011 vor der Post. Mit weiteren Turnern, die sich unterwegs zur Gruppe gesellten, marschierten wir zum Bahnhof Liestal. Dort trafen wir jene, die nach Liestal fuhren oder auswärts wohnen.

 

Erfreulicherweise durfte ich nebst neun Turnern auch zwei Turnerinnen begrüssen.

 

Mit der SBB fuhren wir zuerst nach Pfäffikon SZ. Die Wartezeit von 15 Minuten auf den Voralpen-Express nach Wattwil nutzten die meisten um sich mit Getränke einzudecken. Dies war nötig, denn der Himmel war wolkenlos und die Sonne brannte vom Himmel. Bald würde sie die 30 Grad Marke knacken. Nach einer schönen Bahnfahrt dem oberen Zürichsee entlang und durch den Rickentunnel erreichten wir Wattwil. Wir mussten nochmals umsteigen. Ein Regionalzug brachte uns nach Nesslau, zum Ausgangspunkt der Wanderung. Nach kurzem Marsch kehrten wir bereits im Restaurant Sternen zum Frühschoppen ein. Mit Bier, Mineralwasser oder Kaffee mit Gipfeli stärkten wir uns für die erste Etappe.

 

Bald hiess es aufbrechen, denn um zum Ziel, der Sellamatt zu gelangen, mussten wir vier Stunden marschieren. Durch Wald, Treppen hochsteigend, auf schmalen Brücken  die Thur überqueren, bergauf und bergab, oft der frischen Thur entlang, auch über Steine hüpfend erreichten wir um die Mittagszeit Stein. An einem schattigen Platz des  Restaurants Ochsen nahmen wir das Mittagessen oder auch nur knusprige Pommes-Frites ein. Der Wirt begrüsste uns und wünschte eine gute Weiterreise. Bedingt durch  das enge Tal ging es steil bergauf und dann nach Starkenbach hinunter.

 

Die Wartezeit für den angemeldeten Transport auf die Alp Selun wurde im Restaurant Churfirsten abermals mit einem Bier überbrückt. Einigen reichte es sogar noch für eine Zigarre.

 

Punkt vier Uhr wurde die erste Gruppe mit der Seilbahn auf die Alp Selun befördert. Jeweils vier Personen fanden in der komfortablen Holzkiste Platz, die uns in 10-minütiger Fahrt auf die 700m höher gelegene Alp Selun beförderte. Wir genossen diese naturnahe Fahrt, vorbei an Tannenzweigen und Felsen. Nach einer halben

Stunde waren alle oben. Es folgte eine zweistündige Wanderung auf dem Toggenburger Höhenweg. Am Fusse der imposanten Churfirsten. Obwohl keine Steigungen mehr zu überwinden waren, mussten wir hitzebedingt eine Verschnaufpause einlegen. Gegen sechs Uhr erreichten wir müde und verschwitzt das Berggasthaus Sellamatt. Vor dem Zimmerbezug wurde in der Gartenwirtschaft der Apéro serviert, und mit einem Glas Weisswein oder auch Prosecco stiessen wir auf das schöne Wochenende an.

Nach dem Bezug unseres Zimmers mit Dusche machten wir uns fit zum Nachtessen. Bei Essen à la Carte bekamen alle genug.

 

Die Sonne stand schon längst am Himmel als wir aufstanden. Nach dem reichhaltigen Frühstücks-buffet hiess es packen und die Wolldecken zusammenlegen.

Vor dem Abmarsch wurde das obligate Gruppenfoto geschossen. Danach gings auf dem Klangweg nach Iltios. Einige entlockten den entlang des Weges aufgestellten Klangkörpern schöne Töne, während geschickte Turner dann in Iltios auf dem Kinderspielplatz Seilakrobatik übten. Und schon gings in flottem Tempo mit der Luftseilbahn auf den Chäserrugg, dem Top of Toggenburg. Hier verschlug es uns wegen der grandiosen Aussicht fast die Sprache. Zum Greifen nah der Säntis im Norden, tief unter uns der Walensee, er schien so nah, dass man hätte Steine hinein werfen können. Gegenüber auf der anderen Seite des Sees schon weiter entfernt die Flumserberge.

 

Wie weit entfernt? Fragte jemand, ist der mächtige Säntis im Norden näher ist als die Flumser-berge? Und schon übten wir uns im Schätzen von Distanzen. Viele schätzten Entfernungen zwischen 8 und 14 Kilometern. Ich habe zuhause nachgemessen. Die Distanz vom Chäserrugg zum Säntis beträgt 10,7 km, während die Flumserberge nur 7.25 km entfernt sind. Auf der Terrasse des Bergrestaurants gabs den Frühschoppen. Ich danke dem Vorstand für die Übernahme der Rechnung durch den Verein.

Alsbald machte sich die gut aufgelegte Gruppe auf den Abstieg Richtung Sattel. Dem Oberturner Fis entging das Seil auf dem Kinderspielplatz nicht und schon genoss er einige rasante Fahrten. Es schien, dass keiner der zahlreichen Kinderspielplätze von uns verschont würde.

 

Weil der Reiseleiter wegen der sengenden Hitze absolut keine Lust mehr zum Marschieren hatte, nahmen wir die Abkürzung über die Galmsalp. Das war besser als sich auf dem langen Weg über die Alp Ölberg nach Wildhaus abzumühen.

Auf der Galmsalp begehrte niemand einzukehren. Das Interesse galt der Rutschbahn auf dem Kinderspielplatz. So rutschten viele die letzten fünf Meter auf die Galmsalp hinunter.  

 

Mit dem Sessellift fuhren wir nach Oberdorf hinunter. Die Gruppe wollte Klöpfer braten, deshalb machten wir uns auf die Suche nach Grillplätzen. Wir fanden ein Picknickplatz bei den idyllischen Schwendiseen. Zu meiner Überraschung zauberten alle Klöpfer aus dem Rucksack. Es folgte ein gemütliches Grillieren. Es war rührend, wie Toggenburg Tourismus für unser Wohlbefinden sorgte. Sogar zusätzliches Brennholz wurde von einem Senior-Mofafahrer in einem Anhänger angekarrt. Viele wünschten er brächte Bier.

 

Bald mussten wir aufbrechen. Nach einer halben Stunde gemütlichem Wandern erreichten wir Wildhaus. Ein grosser Sonnenschirm eines Gartenrestaurants spendete Schatten für alle. Zum Abschluss der Turnfahrt schleckten wir erfrischende Glaces.

 

Um dem aufziehenden Unwetter zu entfliehen, nahmen wir alsbald den Bus von Wildhaus in östlicher Richtung ins Rheintal, nach Buchs.

 

Ab Buchs SG brachte uns die Bahn via Sargans und Zürich nach Hause. Bei der Heimfahrt blieb uns der Blick auf die Churfirsten verwehrt. Es tobte ein heftiges Gewitter mit Sturmböen über dem Walensee.

 

Zum Schluss möchte ich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer danken für das gute Gelingen der Reise. Danken möchte ich auch den beiden Paparazzi Alex und Willy für die tollen Fotos. Nachdem wir an zwei Turnfahrten den Säntis zu Gesicht bekamen, wird an der kommenden garantiert niemand diesen Berg sehen können.

 

Die diesjährige Reise wird uns in den Kanton Jura führen. Wir werden eine Kanufahrt auf dem Doubs machen.

 

18. Januar 2012, der Reiseleiter

Stephan Hersberger