Jahresbericht des Präsidenten 2010

Mein erstes Jahr als Präsident vom Turnverein Seltisberg lässt sich an Intensität kaum übertreffen. Administrativ, organisatorisch und nicht zuletzt finanziell schauen wir auf ein sehr spezielles Jahr zurück. Sportlich ging auch einiges über die Bühne. Darüber wird im technischen Bericht geschrieben.

 

Der erste Anlass im Jahr war das Skiweekend auf dem Flumserberg. Einmal mehr hat Alex ein tolles verlängertes Wochenende organisiert. Vor allem am Samstag waren wir nicht mit Wetterglück gesegnet, was vor allem diejenigen zu spüren bekamen, welche an diesem Tag angereist sind. Die Autobahn Richtung Chur war infolge des starken Schneefalls eine einzige Unfallstelle. Gegen Samstag Abend rissen dann die Wolken auf und wir erlebten am Sonntag einen super Powderday, welcher auch diejenigen entschädigt hat, welche im doch etwas speziellen Massenlager übernachten durften.

 

In der ersten Jahreshälfte galt es für mich drei Anlässe mitzuplanen. Am 11. April haben wir zusammen mit den Turnerinnen das Eierleset durchgeführt. Dabei war die grösste Herausforderung die Wirtschaft, welche während vielen Jahren Alex geführt hatte, neu zu organisieren. Ich denke wir haben es - nicht zuletzt aufgrund der guten Dokumentation, welche Lex stets geführt hat – geschafft, den Gästen eine gute Beiz zu bieten. Leider hatten wir nicht so viele Gäste wie in den letzten Jahren, was sich auf den Umsatz und den Gewinn niederschlug. Eventuell sollten wir uns mal Gedanken machen den Anlass etwas aufzupeppen.

Bereits eine Woche später hatten wir die Möglichkeit an der GV der BLKB beim Servieren zu helfen. An diesem Anlass mussten wir 20 Leute stellen, konnten aber 2000 Franken verdienen, was uns sehr gelegen kam. Dieser Einsatz war sehr streng, aber es hat den meisten Spass gemacht. Wir werden schauen, dass wir im nächsten Jahr dort wieder mitmachen können. Schneller kommen wir kaum an so viel Geld.

Am Banntag mussten wir wie üblich Leute zum Helfen zur Verfügung stellen. Da das Zelt kurzfristig nicht am Samstag gestellt werden konnte, hatten einige von uns Glück, weil sie nicht gebraucht wurden. Der Banntag war aufgrund des misslichen Wetters wirtschaftlich nicht so lukrativ wie auch schon.

Ich war sehr froh, dass alle Aktiven an diesen Anlässen mitgeholfen haben und dass wir so die Helfereinsätze für jeden Einzelnen auf ein Minimum reduzieren konnten. Das spricht für die Moral in unserem Verein und hat meine Aufgabe stark vereinfacht.

 

Im Frühling hat die Dresskommission Vorschläge für ein neues Vereinsoutfit präsentiert. Relativ schnell konnten wir uns für ein Version entscheiden. Da wir zu spät dran waren, um das neue Outfit bis zum Turnfest bekommen zu können (drei Monate Lieferfrist), haben wir uns genügend Zeit genommen, dass jeder wirklich seine passende Kleider bekommt. Im Juni konnte ich dann die Bestellung machen. Parallel dazu haben wir ein neues Vereinslogo gestaltet. Dieses sollte unsere Trainer und Leibchen zieren.

 

Ende April fand die erste von vier OK Sitzungen für den Turnerabend statt. Als OK Präsident konnte ich mich bei der Organisation stets auf tolle Leute verlassen. Darum hat sich mein Aufwand in Grenzen gehalten.

 

Das Kantonale Turnfest Mitte Juni in Aesch war ein gelungener Anlass. Wir empfanden die Organisation als sehr gut und erlebten ein tolles Fest. Details zu unserem Abschneiden sind im Technischen Bericht zu finden.

 

Am 4. und 5. September stand die Turnfahrt auf dem Programm. Unser Reiseleiter, Stephan Hersberger führte die 12-köpfige Gruppe in den Kanton Thurgau. Bei bestem Wetter machten wir am Samstag eine Radtour von Romanshorn über Bischofszell nach Arbon. Nach einer teilweisen kurzen Nacht ging es dann am Sonntag, wiederum per Drahtesel, dem Bodensee entlang nach Stein am Rhein. Während des ganzen Wochenendes verbrachten wir somit über 100 km auf im Sattel, was beim Einen oder Anderen etwas Schmerzen im Hintern zur Folge hatte. Wir bedanken uns bei Stephan für die wiederum toll organisierte Fahrt.

  

Noch im 2009 haben wir mit dem Bau unseres Vereinraums begonnen. Eigentlich wollten wir diesen schon im Frühjahr 2010 fertig haben. Es hat sich dann allerdings gezeigt, dass die Bauerei nicht so schnell vor sich geht, wenn man auf freiwillige Helfer und Fachleute, welche gratis bis günstig arbeiten, angewiesen ist. Die fünfköpfige Baukommission unter der Leitung von Alex und Thomy haben die Arbeiten super gemanagt und so konnten wir im Juni die Fussball WM zusammen im Vereinsraum schauen. Um den Raum dann in allen Details fertig zu stellen, hat es einen nächsten Meilenstein gebraucht. Am 24. September haben wir unsere Sponsoren zu einem Nachtessen im neuen Raum eingeladen. Ihnen haben wir dafür gedankt, dass der finanzielle Kraftakt nicht allzu gross war und wir trotzdem nicht auf wichtige Features im Raum verzichten mussten. Im Anschluss an das Essen feierte unser Verein, sowie die wenigen Gäste aus der Öffentlichkeit unsere „turnbar 44-eleven“ bis in die Morgenstunden. Ebenfalls an diesem Anlass haben wir unsere neunen Vereinskleider eingeweiht.

Der Bau des Vereinsraums, welcher Alex initiiert und hauptsächlich geplant hat, war eine Riesenarbeit, bei welcher fast jeder unseres Vereins involviert war. Man kann bereits jetzt sagen, dass sich der Aufwand gelohnt hat und eine gute Investition in die Zukunft der Vereins ist.

 

Nach einer langen und intensiven Vorbereitungszeit stand am 26.+27. November der Turnerabend auf den Programm. Es ist uns gelungen einen tollen Anlass auf die Beine zu stellen und wir konnten die Zuschauer in Scharen in die MZH locken. An beiden Abenden zusammen kamen fast 600 Leute, von welchen nur positives Feedback kam. Der Turnerabend in Seltisberg hat eine gute Tradition, welche von den Leuten goutiert wird. Wir sollten uns das merken und versuchen in Zukunft in regelmässigem Abstand diesen Anlass durchzuführen. Es lohnt sich in allen Belangen.

 

Die ordentlichen Vereinsgeschäfte konnten wir in vier Vorstandssitzungen erledigen. Die zwei Sitzungen der IG Seltisberg verliefen problemlos. Dazu habe ich die Delegiertenversammlung des BLTVs besucht. Im Frühling fand eine ausserordentliche Versammlung des BTV Liestals statt. Dort wohnten wir zu zweit bei und mussten, wie viele andere Vereine im Bezirk festhalten, dass es den BTV Liestal nicht mehr braucht. An der ordentlichen DV im November wurde entschieden diesen Verband ein Jahr stillzulegen und anschliessend über eine Auflösung zu entscheiden.

 

Da ich als J+S Coach in unserem Verein amtierte, ist die Nachwuchsförderung direkt mir unterstellt. Diesbezüglich darf ich festhalten, dass die Leiter einen guten Job machen. Die Arbeit als Leiter wird immer schwieriger, zumal das Sportangebot immer grösser wird und die Anzahl Kinder allgemein abnimmt. Wir sind stark gefordert, dass wir unsere Jugendriegen auch in Zukunft aufrecht erhalten können. Schlussendlich entscheiden aber immer die Kinder selbst, ob sie zu uns kommen oder nicht.

 

Für mich geht ein tolles aber anstrengendes Jahr zu Ende. Ich hätte an dieser Stelle das Eine oder Andere erlebte gerne genauer aufgeschrieben und gewürdigt, aber ich denke es würde den Rahmen sprengen.

Ich musste in meinem ersten Jahr als Präsident feststellen, dass zu Beginn ein Manches einfach scheint, dass der Teufel dann aber in Detail liegt und der Aufwand plötzlich gross wird. Es kann auch passieren, dass sich Sachen aus diversen Gründen gar nicht oder nur anders machen lassen.

Ich habe den Aufwand nicht gescheut und hoffe um Nachsicht, wenn gewisse Sachen nicht wie angekündigt gelaufen sind.

 

Ich bedanke mich bei:

  • allen Mitgliedern für die stets prompte und tatkräftige Unterstützung, wenn Hilfe erforderlich war.

  • dem Leiterteam, welches in diesem Jahr besonders gefordert war.

  • Meinen Vorstandskollegen für die speditiven Sitzungen und für die Umsetzung unsere Pläne.

  • Unserem Ex-Präsidenten Alex, dass er mir einen tollen Verein übergeben hat und mich stets gut beraten hat. Ausserdem für sein riesiges Engagement für das Vereinlokal und den Turnerabend.

In diesem Sinne freue ich mich auf das kommende Jahr, welches für mich und den ganzen Verein wohl nicht so turbulent wird wie das 2010.

 

Im Dezember 2010, Christoph Wiesner